Die Bildbearbeitung und die dazugehörige Software
Aus den FITS-Daten – also den linearen Informationen – ein Masterbild zu erzeugen und dabei die zahlreichen Störsignale zu eliminieren, ist eine Kunst für sich. Das war zunächst ein Schnellschuss von mir. Denn das Automatisieren eines Teleskops mit seinen vielen Modulen harmonisch zu vereinen, war für mich noch gut überschaubar. Selbst wenn hier und da einmal etwas nicht richtig funktionierte, fand sich meist eine Lösung, um den Fehler zu beheben.
Doch die gesammelten Daten zu einem fertigen Bild zusammenzuführen, war eine ganz andere Herausforderung.
Meine ersten Aufnahmen galten den Überresten einer Supernova sowie dem Mondsichelnebel. Wie jedoch all diese Daten zu einem fertigen Bild verarbeitet werden mussten, war mir anfangs überhaupt nicht bewusst. Deshalb installierte ich auf meiner Testmaschine mit einem Sandbox-Betriebssystem verschiedene Astronomieprogramme, um deren Verarbeitungsschritte, Arbeitsweise und Stabilität kennenzulernen.
An dieser Stelle möchte ich besonders hervorheben, wie viele hervorragende Open-Source-Programme es für die astronomische Bildbearbeitung gibt.

PixInsight
Das Herzstück meines Bildbearbeitungsprogramms.
PixInsight ist für mich das ultimative Programm für die astronomische Bildbearbeitung – sowohl im Pre-Processing als auch im Post-Processing der linearen und nichtlinearen Daten.
Der Einstieg kann einen regelrecht erschlagen, denn hinter dieser professionellen Software verbirgt sich eine enorme Anzahl an Werkzeugen, Skripten und Funktionen, deren Wirkungsweise man zunächst verstehen muss. Gleichzeitig existiert eine riesige Community, die ihre Erfahrungen teilt, eigene Skripte entwickelt und viele innovative Werkzeuge kostenlos zur Verfügung stellt. Dadurch lassen sich zahlreiche Arbeitsschritte erheblich vereinfachen.
Ich kann dieses Programm der Firma Pleiades Astrophoto S.L. jedem ambitionierten Astrofotografen empfehlen. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Process Libraries (PCL), welche einen schnellen, stabilen und reproduzierbaren Workflow ermöglichen.
Mein persönlicher Workflow entwickelt sich ständig weiter. Ich beobachte mit grossem Interesse neue Entwicklungen und integriere diese in meine eigenen Arbeitsschritte, sofern sie die Bildqualität verbessern oder wertvolle Zeit einsparen.

Programme, mit denen ich arbeite:
Wie bereits erläutert, bevorzuge ich für die Planung und Steuerung meiner Aufnahmesequenzen die Open-Source-Software N.I.N.A. (Nighttime Imaging ‚N‘ Astronomy). Für die Deep-Sky-Bildbearbeitung empfehle ich ausserdem, sich Siril Astronomical Image Processing Tool anzuschauen., das sich inzwischen zu einem ausgesprochen leistungsfähigen Werkzeug entwickelt hat.
Für Sonnen-, Mond- und Planetenaufnahmen verwende ich:
• PIPP – Vorverarbeitung und Sortierung von .SER-Dateien
• AutoStakkert – Qualitätsanalyse und Stacking der Einzelbilder
• RegiStax – Wavelet-Schärfung und Nachbearbeitung
• WinJUPOS – Derotation und Kombination mehrerer Aufnahmen
• IMPPG – Feinschärfung insbesondere bei Sonnen- und Mondaufnahmen

Diverse Open Source Programme
Planetariumssoftware
Zusätzlich empfiehlt es sich, ein Planetariumsprogramm zu verwenden, das problemlos mit N.I.N.A. zusammenarbeitet. Die Verbindung erfolgt üblicherweise über die lokale Host-Adresse 127.0.0.1 und den Port 8090, wodurch die RA- und DEC-Koordinaten zuverlässig übertragen werden können.
Hier stehen verschiedene Programme zur Auswahl, beispielsweise Cartes du Ciel, Celestia oder Stellarium. Persönlich hat mich Stellarium am meisten überzeugt, da es auf nahezu allen Betriebssystemen verfügbar ist.
Etwas schade finde ich allerdings, dass Stellarium für Android keine APK-Dateien direkt auf der eigenen Webseite anbietet. Für ein Open-Source-Projekt unter der GNU General Public License hätte ich mir hier mehr Unabhängigkeit gewünscht. So bleibt man häufig auf die App-Stores von Google oder Apple angewiesen.

Planetarium | Stellarium
Open Source unterstützen
An dieser Stelle möchte ich eine persönliche Empfehlung aussprechen.
Unterstützt die Open-Source-Gemeinschaft. Schaut euch zuerst an, welche nichtkommerziellen Programme verfügbar sind. Gerade in der Astronomie existieren zahlreiche professionelle Anwendungen, die weder einen Kaufzwang noch kostenpflichtige Abonnements voraussetzen (Es ist immer die bessere Wahl, eine Spende zu leisten. Oder eine Zeitlose Lizenz zu erwerben).
Ich selbst bin inzwischen weitgehend auf europäische Alternativen im Softwarebereich umgestiegen. Damit möchte ich die Abhängigkeit von grossen Konzernen und ihren Abo-Modellen reduzieren. Gleichzeitig erhalten kleinere Entwicklerteams eine Chance, ihre Ideen weiterzuentwickeln. Vielfalt, Innovation und Offenheit sind Werte, die gerade in der Astronomie hervorragend gelebt werden.
Mein Rat an Einsteiger
Wie man sieht, entsteht rund um Hard- und Software schnell ein kleines Universum an Möglichkeiten. Deshalb möchte ich allen Neueinsteigern empfehlen, einmal eine Sternwarte zu besuchen oder an einem Live-Stack-Abend teilzunehmen.

Gerade in den Herbst-, Winter- und Frühlingsmonaten bieten sich viele Gelegenheiten, erste Erfahrungen zu sammeln. Gerne unterstütze ich Einsteiger bei ihren ersten Schritten und gebe praktische Tipps für den Einstieg in die Deep-Sky-Fotografie.
Bei uns in der Sternwarte Rümlang besteht ausserdem die Möglichkeit, kostenlos an Führungen teilzunehmen. Über eine freiwillige Spende freuen wir uns natürlich immer, denn damit können wir unsere Ausrüstung pflegen und weiterhin regelmässige Führungen für die Öffentlichkeit anbieten.
Dazu unterstützen wir Einsteiger-Astrofotografen – ganz gleich, ob es um Astronomie, Fotografie oder Bildbearbeitung geht.
Ich selbst führe rund um die Neumondphasen regelmässig Deep-Sky- beziehungsweise Live-Stack-Abende durch und beantworte gerne alle Fragen, soweit sie in meinem Fachgebiet liegen.
Vielleicht sehen wir uns ja schon bald bei einer gemeinsamen Himmelsbeobachtung in der Sternwarte Rümlang.


Galaxie | NGC-1365
Die Bildbearbeitung und die dazugehörige Software
Aus den FITS-Daten – also den linearen Informationen – ein Masterbild zu erzeugen und dabei die zahlreichen Störsignale zu eliminieren, ist eine Kunst für sich. Das war zunächst ein Schnellschuss von mir. Denn das Automatisieren eines Teleskops mit seinen vielen Modulen harmonisch zu vereinen, war für mich noch gut überschaubar. Selbst wenn hier und da einmal etwas nicht richtig funktionierte, fand sich meist eine Lösung, um den Fehler zu beheben.
Doch die gesammelten Daten zu einem fertigen Bild zusammenzuführen, war eine ganz andere Herausforderung.
Meine ersten Aufnahmen galten den Überresten einer Supernova sowie dem Mondsichelnebel. Wie jedoch all diese Daten zu einem fertigen Bild verarbeitet werden mussten, war mir anfangs überhaupt nicht bewusst. Deshalb installierte ich auf meiner Testmaschine mit einem Sandbox-Betriebssystem verschiedene Astronomieprogramme, um deren Verarbeitungsschritte, Arbeitsweise und Stabilität kennenzulernen.
An dieser Stelle möchte ich besonders hervorheben, wie viele hervorragende Open-Source-Programme es für die astronomische Bildbearbeitung gibt.

PixInsight
Das Herzstück meines Bildbearbeitungsprogramms.
PixInsight ist für mich das ultimative Programm für die astronomische Bildbearbeitung – sowohl im Pre-Processing als auch im Post-Processing der linearen und nichtlinearen Daten.
Der Einstieg kann einen regelrecht erschlagen, denn hinter dieser professionellen Software verbirgt sich eine enorme Anzahl an Werkzeugen, Skripten und Funktionen, deren Wirkungsweise man zunächst verstehen muss. Gleichzeitig existiert eine riesige Community, die ihre Erfahrungen teilt, eigene Skripte entwickelt und viele innovative Werkzeuge kostenlos zur Verfügung stellt. Dadurch lassen sich zahlreiche Arbeitsschritte erheblich vereinfachen.
Ich kann dieses Programm der Firma Pleiades Astrophoto S.L. jedem ambitionierten Astrofotografen empfehlen. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Process Libraries (PCL), welche einen schnellen, stabilen und reproduzierbaren Workflow ermöglichen.
Mein persönlicher Workflow entwickelt sich ständig weiter. Ich beobachte mit grossem Interesse neue Entwicklungen und integriere diese in meine eigenen Arbeitsschritte, sofern sie die Bildqualität verbessern oder wertvolle Zeit einsparen.

Programme, mit denen ich arbeite:
Wie bereits erläutert, bevorzuge ich für die Planung und Steuerung meiner Aufnahmesequenzen die Open-Source-Software N.I.N.A. (Nighttime Imaging ‚N‘ Astronomy). Für die Deep-Sky-Bildbearbeitung empfehle ich ausserdem, sich Siril Astronomical Image Processing Tool anzuschauen., das sich inzwischen zu einem ausgesprochen leistungsfähigen Werkzeug entwickelt hat.
Für Sonnen-, Mond- und Planetenaufnahmen verwende ich:
• PIPP – Vorverarbeitung und Sortierung von .SER-Dateien
• AutoStakkert – Qualitätsanalyse und Stacking der Einzelbilder
• RegiStax – Wavelet-Schärfung und Nachbearbeitung
• WinJUPOS – Derotation und Kombination mehrerer Aufnahmen
• IMPPG – Feinschärfung insbesondere bei Sonnen- und Mondaufnahmen

Diverse Open Source Programme
Planetariumssoftware
Zusätzlich empfiehlt es sich, ein Planetariumsprogramm zu verwenden, das problemlos mit N.I.N.A. zusammenarbeitet. Die Verbindung erfolgt üblicherweise über die lokale Host-Adresse 127.0.0.1 und den Port 8090, wodurch die RA- und DEC-Koordinaten zuverlässig übertragen werden können.
Hier stehen verschiedene Programme zur Auswahl, beispielsweise Cartes du Ciel, Celestia oder Stellarium. Persönlich hat mich Stellarium am meisten überzeugt, da es auf nahezu allen Betriebssystemen verfügbar ist.
Etwas schade finde ich allerdings, dass Stellarium für Android keine APK-Dateien direkt auf der eigenen Webseite anbietet. Für ein Open-Source-Projekt unter der GNU General Public License hätte ich mir hier mehr Unabhängigkeit gewünscht. So bleibt man häufig auf die App-Stores von Google oder Apple angewiesen.

Planetarium | Stellarium
Open Source unterstützen
An dieser Stelle möchte ich eine persönliche Empfehlung aussprechen.
Unterstützt die Open-Source-Gemeinschaft. Schaut euch zuerst an, welche nichtkommerziellen Programme verfügbar sind. Gerade in der Astronomie existieren zahlreiche professionelle Anwendungen, die weder einen Kaufzwang noch kostenpflichtige Abonnements voraussetzen (Es ist immer die bessere Wahl, eine Spende zu leisten. Oder eine Zeitlose Lizenz zu erwerben).
Ich selbst bin inzwischen weitgehend auf europäische Alternativen im Softwarebereich umgestiegen. Damit möchte ich die Abhängigkeit von grossen Konzernen und ihren Abo-Modellen reduzieren. Gleichzeitig erhalten kleinere Entwicklerteams eine Chance, ihre Ideen weiterzuentwickeln. Vielfalt, Innovation und Offenheit sind Werte, die gerade in der Astronomie hervorragend gelebt werden.
Mein Rat an Einsteiger
Wie man sieht, entsteht rund um Hard- und Software schnell ein kleines Universum an Möglichkeiten. Deshalb möchte ich allen Neueinsteigern empfehlen, einmal eine Sternwarte zu besuchen oder an einem Live-Stack-Abend teilzunehmen.

Gerade in den Herbst-, Winter- und Frühlingsmonaten bieten sich viele Gelegenheiten, erste Erfahrungen zu sammeln. Gerne unterstütze ich Einsteiger bei ihren ersten Schritten und gebe praktische Tipps für den Einstieg in die Deep-Sky-Fotografie.
Bei uns in der Sternwarte Rümlang besteht ausserdem die Möglichkeit, kostenlos an Führungen teilzunehmen. Über eine freiwillige Spende freuen wir uns natürlich immer, denn damit können wir unsere Ausrüstung pflegen und weiterhin regelmässige Führungen für die Öffentlichkeit anbieten.
Dazu unterstützen wir Einsteiger-Astrofotografen – ganz gleich, ob es um Astronomie, Fotografie oder Bildbearbeitung geht.
Ich selbst führe rund um die Neumondphasen regelmässig Deep-Sky- beziehungsweise Live-Stack-Abende durch und beantworte gerne alle Fragen, soweit sie in meinem Fachgebiet liegen.
Vielleicht sehen wir uns ja schon bald bei einer gemeinsamen Himmelsbeobachtung in der Sternwarte Rümlang.



