Meine Geschichte – Mein Weg zur Astrofotografie
Jede Reise beginnt mit Neugier
Wenn ich heute durch ein Teleskop in die Tiefen des Universums blicke, wirkt dieser Weg fast selbstverständlich. Tatsächlich begann er viele Jahre früher – lange bevor ich meine erste Galaxie fotografierte.
Schon als Jugendlicher begeisterte ich mich für vergangene Kulturen. Bei archäologischen Ausgrabungen arbeitete ich an mittelalterlichen und keltischen Fundstätten mit. Ich zeichnete Fundstücke, vermass Mauern millimetergenau und dokumentierte jedes Detail. Dabei lernte ich etwas, das mich bis heute begleitet: Geduld, Präzision und den sorgfältigen Umgang mit wissenschaftlichen Daten. Eigenschaften, die mich bis heute begleiten.
Später führte mich mein Beruf in die Feinblechbearbeitung. Dort entdeckte ich die Verbindung von Technik, Handwerk und Kreativität. Metall ist ein ehrliches Material – es verzeiht kaum Fehler. Präzision, räumliches Denken und handwerkliches Geschick bestimmten meinen Alltag. Aus flachen Metallblechen entstanden individuelle Bauteile und Werkstücke in Handarbeit und mussten auf den Millimeter genau passen. Auch hier lernte ich, dass gute Ergebnisse Zeit, Erfahrung und Geduld braucht.


Die Kamera wurde mein ständiger Begleiter
Neben der Technik war die Natur immer mein Ausgleich.
Mit der Kamera erkundete ich Landschaften, Tiere und Pflanzen. Mich faszinieren nicht nur spektakuläre Motive, sondern vor allem die kleinen Details, die man erst beim genauen Hinsehen entdeckt.
Eine besondere Leidenschaft gilt bis heute den Spechten. Mein persönliches Ziel ist es, alle am 47° Breitengrad heimischen Spechtarten fotografisch festzuhalten.
Oft entstehen die schönsten Erinnerungen nicht durch das perfekte Bild, sondern durch den besonderen Moment der Begegnung.
Der erste Blick in die Unendlichkeit
Mit der Zeit richtete sich meine Kamera immer häufiger zum Nachthimmel.
Ich fotografierte Landschaften unter einem Sternenzelt – weit entfernt von den Lichtern der Städte. Wenn sich die Via Lactea «Milchstrasse» über den Himmel spannt und absolute Stille herrscht, verändert sich die Wahrnehmung. Man beginnt zu ahnen, wie gewaltig das Universum ist.
Besonders faszinierte mich das helle Band der Milchstrasse mit dem Sagittarius-Carina-Arm, der den Blick zum galaktischen Zentrum führt.
Erst beim späteren Betrachten meiner Bilder entdeckte ich kleine, unscheinbare Lichtflecken. Es waren die Andromedagalaxie und die Plejaden.
In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich nicht einfach Sterne fotografiert hatte – ich hatte Licht aufgezeichnet, das Millionen Jahre unterwegs gewesen war.

Das Licht der Andromedagalaxie benötigte rund 2,5 Millionen Jahre, bevor es den Sensor meiner Kamera erreichte. Das Licht der Plejaden war etwa 440 Jahre unterwegs.
Jede Aufnahme des Nachthimmels ist deshalb immer auch ein Blick in die Vergangenheit.

Die ersten Schritte in der Astrofotografie
Vom ersten Fehler bis zur automatisierten Garten-Sternwarte.
Von diesem Moment an wollte ich verstehen, wie Astrofotografie wirklich funktioniert.
Schnell wurde mir klar: Es geht um weit mehr als eine Kamera und ein Teleskop.
Astronomie, Physik, Optik, Mechanik, Elektronik, Informatik und eine grosse Portion Geduld greifen wie Zahnräder ineinander.
Meine ersten Erfahrungen:
Natürlich lief am Anfang längst nicht alles nach Plan. Ich erinnere mich noch gut an den Abend, als ich meine erste parallaktische Montierung in Betrieb nahm. Auf dem Bildschirm der Guiding-Kamera flogen helle Punkte in rasanter Geschwindigkeit durchs Bild. Für einen kurzen Augenblick dachte ich tatsächlich, ich hätte den Asteroidengürtel entdeckt.

War das mal wieder ein schneller Schwenker oder war der Meridian Flip nicht richtig konfiguriert?
Die Erklärung war deutlich weniger spektakulär.
Meine Montierung war schlicht nicht korrekt auf den Himmelspol ausgerichtet. Die scheinbar fliegenden Sterne waren eine wertvolle Lektion – und mein erster Kontakt mit dem Thema Polausrichtung.
Mit einer exakter Polausrichtungdie «Einscheinern» lassen sich längere Belichtungszeiten einrichten. So werden Sterne nicht zu Eiern.

War es ein Erdbeben, ein Vogel oder der Wind, der das Teleskop erschüttert hat?
Mit jeder neuen Fragen –
kamen weitere hinzu:
- Warum funktioniert das Guiding nicht?
- Welcher Filter eignet sich für welchen Nebel?
- Wie lange muss ich belichten?
- Was macht Plate Solving?
- Wie arbeiten Kamera, Filterrad, Fokussierer und Montierung zusammen?
- Wie finde ich das Objekt am Himmel?
Jede Antwort brachte neue Fragen mit sich – und genau das machte den Reiz aus.

Satellitenspurspuren sind nicht immer auf den Aufnahmen willkommen.

Flugzeugspuren ruinieren immer eine Aufnahme.
Meine Gartensternwarte
Mit der Zeit entwickelte sich aus den ersten Experimenten eine vollständig automatisierte Gartensternwarte.
Heute arbeiten Kamera, Montierung, Filterrad und Fokussierer über die ASCOM-Plattform zusammen und werden mit N.I.N.A. gesteuert.
Trotz aller Automatisierung bleibt das wichtigste Werkzeug das Verständnis für die Technik.
Denn hinter jedem gelungenen Astrofoto stehen Planung, Erfahrung, Geduld – und oft viele Nächte unter freiem Himmel.

Via Lactea | Sagittarius-Carina-Arm
Der Blick ins Universum
Heute fotografiere ich vor allem Galaxien, Emissionsnebel, planetarische Nebel und Sternhaufen.
Am meisten fasziniert mich der Gedanke, dass manche der aufgezeichneten Photonen Millionen oder sogar Milliarden Jahre unterwegs waren, bevor sie auf den Sensor meiner Kamera trafen.
Astrofotografie hat mir weit mehr vermittelt als fotografisches Wissen.
Sie verbindet Natur, Wissenschaft, Technik und Kreativität auf einzigartige Weise.
Und sie erinnert mich immer wieder daran, dass jede Aufnahme ein kleines Fenster in die Vergangenheit des Universums ist.


Kugelsternhaufen | NGC-5904
Deep Sky Photoproject
Zwischen Himmel und Erde
by joim

Via Lactea | Sagittarius-Carina-Arm

Emissionsnebel | NGC-2359
Galaxien sind gewaltige Sterneninseln – für uns Menschen unerreichbar und doch mit moderner Technik sichtbar.
Als Astrofotograf sammle ich Photonen, die oft Millionen Jahre unterwegs waren. Aus unzähligen Einzelaufnahmen entstehen Schritt für Schritt Bilder, die Strukturen sichtbar machen, welche unserem Auge verborgen bleiben.
Jedes Projekt ist eine neue Herausforderung. Wetter, Technik und Lichtverschmutzung verlangen Geduld und Ausdauer. Gerade das macht jedes fertige Bild zu etwas Besonderem.
Zeugnisse der Entstehung
Sterne entstehen in gewaltigen Molekülwolken. Auch unsere Sonne wurde vor Milliarden von Jahren in einer solchen Sternentstehungsregion geboren.
Als Gelber Zwerg wird sie eines Tages zu einem Roten Riesen heranwachsen und ihre äusseren Schichten ins All abgeben. Zurück bleibt ein Weisser Zwerg, umgeben von einem planetarischen Nebel.
Aus diesen Überresten entstehen neue Sterne, Planeten und letztlich auch die Bausteine des Lebens.
Jedes Bild eines Nebels erzählt deshalb nicht nur eine Geschichte der Vergangenheit – sondern auch eine Geschichte zukünftiger Sternensysteme.

Galaxie | NGC-3031
Sterneninseln aus längst vergangenen Zeiten.

Galaxie | NGC-4565
Astronomischer Katalog
Verzeichnis von Himmelsobjekten innerhalb und ausserhalb unseres Sonnensystems.
Entdecke Galaxien, Nebel, Sternhaufen und weitere faszinierende Himmelsobjekte innerhalb und ausserhalb unseres Sonnensystems.
Jedes Objekt wird mit Hintergrundinformationen, technischen Aufnahmedaten und meinen persönlichen Astrofotografien ergänzt.
Meine Geschichte – Mein Weg zur Astrofotografie
Jede Reise beginnt mit Neugier
Wenn ich heute durch ein Teleskop in die Tiefen des Universums blicke, wirkt dieser Weg fast selbstverständlich. Tatsächlich begann er viele Jahre früher – lange bevor ich meine erste Galaxie fotografierte.
Schon als Jugendlicher begeisterte ich mich für vergangene Kulturen. Bei archäologischen Ausgrabungen arbeitete ich an mittelalterlichen und keltischen Fundstätten mit. Ich zeichnete Fundstücke, vermass Mauern millimetergenau und dokumentierte jedes Detail. Dabei lernte ich etwas, das mich bis heute begleitet: Geduld, Präzision und den sorgfältigen Umgang mit wissenschaftlichen Daten. Eigenschaften, die mich bis heute begleiten.
Später führte mich mein Beruf in die Feinblechbearbeitung. Dort entdeckte ich die Verbindung von Technik, Handwerk und Kreativität. Metall ist ein ehrliches Material – es verzeiht kaum Fehler. Präzision, räumliches Denken und handwerkliches Geschick bestimmten meinen Alltag. Aus flachen Metallblechen entstanden individuelle Bauteile und Werkstücke in Handarbeit und mussten auf den Millimeter genau passen. Auch hier lernte ich, dass gute Ergebnisse Zeit, Erfahrung und Geduld braucht.


Die Kamera wurde mein ständiger Begleiter
Neben der Technik war die Natur immer mein Ausgleich.
Mit der Kamera erkundete ich Landschaften, Tiere und Pflanzen. Mich faszinieren nicht nur spektakuläre Motive, sondern vor allem die kleinen Details, die man erst beim genauen Hinsehen entdeckt.
Eine besondere Leidenschaft gilt bis heute den Spechten. Mein persönliches Ziel ist es, alle am 47° Breitengrad heimischen Spechtarten fotografisch festzuhalten.
Oft entstehen die schönsten Erinnerungen nicht durch das perfekte Bild, sondern durch den besonderen Moment der Begegnung.
Der erste Blick in die Unendlichkeit
Mit der Zeit richtete sich meine Kamera immer häufiger zum Nachthimmel.
Ich fotografierte Landschaften unter einem Sternenzelt – weit entfernt von den Lichtern der Städte. Wenn sich die Via Lactea «Milchstrasse» über den Himmel spannt und absolute Stille herrscht, verändert sich die Wahrnehmung. Man beginnt zu ahnen, wie gewaltig das Universum ist.
Besonders faszinierte mich das helle Band der Milchstrasse mit dem Sagittarius-Carina-Arm, der den Blick zum galaktischen Zentrum führt.
Erst beim späteren Betrachten meiner Bilder entdeckte ich kleine, unscheinbare Lichtflecken. Es waren die Andromedagalaxie und die Plejaden.
In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich nicht einfach Sterne fotografiert hatte – ich hatte Licht aufgezeichnet, das Millionen Jahre unterwegs gewesen war.

Das Licht der Andromedagalaxie benötigte rund 2,5 Millionen Jahre, bevor es den Sensor meiner Kamera erreichte. Das Licht der Plejaden war etwa 440 Jahre unterwegs.
Jede Aufnahme des Nachthimmels ist deshalb immer auch ein Blick in die Vergangenheit.

Die ersten Schritte in der Astrofotografie
Vom ersten Fehler bis zur automatisierten Garten-Sternwarte.
Von diesem Moment an wollte ich verstehen, wie Astrofotografie wirklich funktioniert.
Schnell wurde mir klar: Es geht um weit mehr als eine Kamera und ein Teleskop.
Astronomie, Physik, Optik, Mechanik, Elektronik, Informatik und eine grosse Portion Geduld greifen wie Zahnräder ineinander.
Meine ersten Erfahrungen:
Natürlich lief am Anfang längst nicht alles nach Plan. Ich erinnere mich noch gut an den Abend, als ich meine erste parallaktische Montierung in Betrieb nahm. Auf dem Bildschirm der Guiding-Kamera flogen helle Punkte in rasanter Geschwindigkeit durchs Bild. Für einen kurzen Augenblick dachte ich tatsächlich, ich hätte den Asteroidengürtel entdeckt.

War das mal wieder ein schneller Schwenker oder war der Meridian Flip nicht richtig konfiguriert?
Die Erklärung war deutlich weniger spektakulär.
Meine Montierung war schlicht nicht korrekt auf den Himmelspol ausgerichtet. Die scheinbar fliegenden Sterne waren eine wertvolle Lektion – und mein erster Kontakt mit dem Thema Polausrichtung.
Mit einer exakter Polausrichtungdie «Einscheinern» lassen sich längere Belichtungszeiten einrichten. So werden Sterne nicht zu Eiern.

War es ein Erdbeben, ein Vogel oder der Wind, der das Teleskop erschüttert hat?
Mit jeder neuen Fragen –
kamen weitere hinzu:
- Warum funktioniert das Guiding nicht?
- Welcher Filter eignet sich für welchen Nebel?
- Wie lange muss ich belichten?
- Was macht Plate Solving?
- Wie arbeiten Kamera, Filterrad, Fokussierer und Montierung zusammen?
- Wie finde ich das Objekt am Himmel?
Jede Antwort brachte neue Fragen mit sich – und genau das machte den Reiz aus.

Satellitenspurspuren sind nicht immer auf den Aufnahmen willkommen.

Flugzeugspuren ruinieren immer eine Aufnahme.
Meine Gartensternwarte
Mit der Zeit entwickelte sich aus den ersten Experimenten eine vollständig automatisierte Gartensternwarte.
Heute arbeiten Kamera, Montierung, Filterrad und Fokussierer über die ASCOM-Plattform zusammen und werden mit N.I.N.A. gesteuert.
Trotz aller Automatisierung bleibt das wichtigste Werkzeug das Verständnis für die Technik.
Denn hinter jedem gelungenen Astrofoto stehen Planung, Erfahrung, Geduld – und oft viele Nächte unter freiem Himmel.

Via Lactea | Sagittarius-Carina-Arm
Der Blick ins Universum
Heute fotografiere ich vor allem Galaxien, Emissionsnebel, planetarische Nebel und Sternhaufen.
Am meisten fasziniert mich der Gedanke, dass manche der aufgezeichneten Photonen Millionen oder sogar Milliarden Jahre unterwegs waren, bevor sie auf den Sensor meiner Kamera trafen.
Astrofotografie hat mir weit mehr vermittelt als fotografisches Wissen.
Sie verbindet Natur, Wissenschaft, Technik und Kreativität auf einzigartige Weise.
Und sie erinnert mich immer wieder daran, dass jede Aufnahme ein kleines Fenster in die Vergangenheit des Universums ist.


Kugelsternhaufen | NGC-5904
Deep Sky Photoproject
Zwischen Himmel und Erde
by joim

Via Lactea | Sagittarius-Carina-Arm

Emissionsnebel | NGC-2359
Galaxien sind gewaltige Sterneninseln – für uns Menschen unerreichbar und doch mit moderner Technik sichtbar.
Als Astrofotograf sammle ich Photonen, die oft Millionen Jahre unterwegs waren. Aus unzähligen Einzelaufnahmen entstehen Schritt für Schritt Bilder, die Strukturen sichtbar machen, welche unserem Auge verborgen bleiben.
Jedes Projekt ist eine neue Herausforderung. Wetter, Technik und Lichtverschmutzung verlangen Geduld und Ausdauer. Gerade das macht jedes fertige Bild zu etwas Besonderem.
Zeugnisse der Entstehung
Sterne entstehen in gewaltigen Molekülwolken. Auch unsere Sonne wurde vor Milliarden von Jahren in einer solchen Sternentstehungsregion geboren.
Als Gelber Zwerg wird sie eines Tages zu einem Roten Riesen heranwachsen und ihre äusseren Schichten ins All abgeben. Zurück bleibt ein Weisser Zwerg, umgeben von einem planetarischen Nebel.
Aus diesen Überresten entstehen neue Sterne, Planeten und letztlich auch die Bausteine des Lebens.
Jedes Bild eines Nebels erzählt deshalb nicht nur eine Geschichte der Vergangenheit – sondern auch eine Geschichte zukünftiger Sternensysteme.

Galaxie | NGC-3031
Sterneninseln aus längst vergangenen Zeiten.

Galaxie | NGC-4565
Astronomischer Katalog
Verzeichnis von Himmelsobjekten innerhalb und ausserhalb unseres Sonnensystems.
Entdecke Galaxien, Nebel, Sternhaufen und weitere faszinierende Himmelsobjekte innerhalb und ausserhalb unseres Sonnensystems.
Jedes Objekt wird mit Hintergrundinformationen, technischen Aufnahmedaten und meinen persönlichen Astrofotografien ergänzt.

